Tipps zur Sicherheit von Haustüren

Stabile Haustür
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Wer sich bereits mit dem Thema Sicherheit bei Haustüren befasst hat, der wird das Wort „Widerstandsklassen“ schon einmal gehört haben. Doch auch in Verbindung mit Fenstern, Rollläden oder anderen Bauelementen kann man diesen Begriff bereits gehört haben.

Die Widerstandsklasse beschreibt die einbruchhemmenden Eigenschaften verschiedener Elemente, wie beispielsweise Haustüren, und ordnet sie in eine Reihenfolge ein. Insgesamt gibt es sechs Widerstandsklassen. Bereits wenn eine Widerstandsklasse 1 ausgezeichnet ist, kann man sich als Haustürenbesitzer sicher sein, dass die Gesamtkonstruktion – die aus Türblatt, Zarge und Beschlag besteht – keine Schwachpunkte besitzt.

Die Polizei, aber auch die Versicherungen raten einem Privathaushalt, Haustüren ab einer Widerstandsklasse 2 in Betracht zu ziehen. Viele Versicherungen zahlen auch erst im Falle eines Einbruchs, wenn die Haustüre bestimmte Sicherheitsmaßnahmen besitzt. Im gewerblichen Bereich wird sogar die Widerstandsklasse 3 empfohlen. Letztendlich muss aber jeder Bauherr für sich entscheiden, welche Widerstandsklasse er für seine Haustüre auswählt.

Die Widerstandsklassen entsprechen der europäischen Norm „DIN V EN V 1627-1630“. Die Risikoeinschätzungen, die in sechs Klassen eingeteilt wurden, stammen aus dem Jahre 1999 und sind heute noch aktuell.

Welche Widerstandsklasse wählen?

Die Entscheidung für eine der sechs Widerstandsklassen fällt nicht immer leicht. Letztendlich möchte man sein Eigenheim so sicher wie möglich gestalten, allerdings haben die Haustüren mit den hohen Widerstandsklassen natürlich auch ihren gewissen Preis. Ein guter Kompromiss sollte man also finden, damit die eigenen vier Wände Sicherheit und Geborgenheit geben können. Oft geben die Versicherungen bereits eine Widerstandsklasse vor. Daran kann man sich dann halten, oder aber, man lässt sich von anderen Quellen beraten. Speziell für das Thema Einbruch gibt es polizeiliche Beratungsstellen, die mit hilfreichen Tipps und gezielten Fragen den richtigen Widerstandsstandard empfehlen können. Wer sich jedoch selbst darüber klar werden möchte, der kann im Internet einen Widerstandsklassenrechner finden und sich darauf verlassen. Fachhändler können in dieser Hinsicht jedoch auch hilfreiche Ratgeber sein, die einem dann persönlich auf das eine oder andere hinweisen und realistische Möglichkeiten aufzeigen.

Nun mag man denken, dass solch eine Klassifizierung sehr nützlich ist und für jedermann interessant sein sollte. Doch die Erfahrungen der Polizei zeigen, dass es leider nicht so ist. Um den eigenen Schutz im Eigenheim oder in der Wohnung wird sich viel zu selten Gedanken gemacht. In der Regel ist es so, dass besondere Maßnahmen ergriffen werden, wenn bereits das bekannte Kind in den Brunnen gefallen ist und ein Einbruch stattgefunden hat. „Zum Schluss ist man immer schlauer“ bekommt man dann zu hören, dabei geht es auch anders.

Um einen ersten Eindruck zubekommen, welche Klasse am effektivsten für das eigene Zuhause ist, macht der Unterschied zwischen Widerstandsklasse 1 und 6 deutlich: WK1 (so lautet die offizielle Abkürzung) hält starkem Vandalismus ein paar Minuten Stand. WK6 dagegen bietet Einbruchsschutz für einen Zeitraum von 20 bis 50 Minuten, was unter Berücksichtigung von elektrischem Werkzeug einen ganz guten Durchschnitt darstellt.

Weitere Tipps

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass es den ultimativen Einbruchsschutz für Haus und Hof nicht gibt. Eine Haustüre mit einer besonders hohen Widerstandsklasse ist noch lange kein Garant dafür, dass das Eigenheim vor Einbrechern sicher ist.

Deswegen gilt stets, dass man es den Einbrechern so schwer wie möglich machen sollte. Denn je länger ein Einbruchsversuch dauert, desto eher geben die Täter auf. In der Regel trifft dies bereits nach fünf Minuten ein. Ein solides Einsteckschloss mit in Verbindung mit einem Sicherheitszylinder und weitere Zusatzabsicherungen sind schnell angeschafft, wirken aber ihr Leben lang effektiv. Ebenso muss man beachten, dass eine nur zugezogene Tür einfache Beute für geübte Einbrecher ist. Da hilft auch kein aufwendiges Schließsystem, wenn kein Zylinder verschlossen ist. Daher gilt immer: Türe abschließen!

Wenn die Haustüre mit genügend Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet ist, dann sollte man andere Schwachstellen am Haus nicht vernachlässigen. Dazu zählen Fenster, Dachluken und Terrassentüren. Womit auch nicht viele rechnen, dass sich Einbrecher über die oberen Stockwerke Zugang verschaffen. Es sollten also keine Aufstiegsmöglichkeiten wie Leiter, Mülltonnen oder Tische im Garten stehen.