Ratgeber: die richtige Fliese auswählen

Fliesen im Bad
Schöne Fliesen machen aus einem Bad eine Wohlfühloase - © depositphotos.com @ sseven

Fliesen gehören immer noch zu den beliebtesten Bodenbelägen und werden praktisch in jedem Badezimmer auch an den Wänden eingesetzt. Sie besitzen eine edle Optik, sind strapazierfähig und langlebig und haben eine hohe Rutsch-und Abriebfestigkeit. Die Vielfalt an Fliesen auf dem Markt ist schier grenzenlos. In diesem kleinen Ratgeber über Fliesen wollen wir besprechen, welche Eigenschaften bei der Auswahl von Fliesen wichtig sind.

Die Fliesenarten

Es gibt drei verschiedene Fliesenarten, die je nach Einsatzgebiet verwendet werden, da sie unterschiedliche Eigenschaften haben.

Steingutfliesen sind Fliesen für den Innenbereich, vornehmlich für Wände. Sie sind recht porös und nehmen viel Wasser auf. Deshalb sind sie nicht frostsicher.

Steinzeugfliesen  sind auch für Fußböden geeignet. Sie sind sehr strapazierfähig und nehmen nur wenig Wasser auf. Steinzeug gilt als wetterfest und bedingt frostsicher.

Feinsteinzeugfliesen nehmen von allen Fliesen am wenigsten Wasser auf. Sie sind bestens für den Außenbereich geeignet und werden deshalb zum Beispiel auf Terrassen, kurzen Wegen oder der Einfahrt verwendet. Da sie wenig Wasser aufnehmen sind sie frostsicher. Sie gelten als sehr robust und langlebig.

Neben diesen drei Fliesenarten gibt es noch weitere Materialien, aus denen man Fliesen erstellen kann. Unter anderem kann man Fliesen aus Naturstein (Schiefer, Marmor, Quarz oder Granit) herstellen. Darüber hinaus werden Fliesen inzwischen auch aus Glas (Mosaikfliesen) und Zement gefertigt. Auf diese Fliesenarten gehen wir in diesem Artikel nicht ein, die sollten nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Welche Fliesengröße?

Bei der Fliesengröße kommt es hauptsächlich auf den Geschmack an. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass das Verlegen teurer wird, je kleiner die Fliesen ausgewählt werden.
Andersherum gilt: je größer die Fliese, umso schneller kann sie Risse oder Brüche bekommen, was an der Oberflächenspannung liegt.

Wie berechnet man die Fliesenmenge?

Die Berechnung der Fliesenmenge ist recht einfach. Man berechnet die Fläche (Quadratmeterzahl) der zu fliesenden Fläche. Bei viereckigen Flächen ist das einfach Länge x Breite, bzw. bei Wandflächen Höhe x Breite. Lediglich mit Schrägen wird die Berechnung etwas komplizierter.

Darüber hinaus gilt: je größer die Fugenbreite, umso weniger Fliesen benötigt man. Die Fugenbreite fällt aber nur bei großen Flächen ins Gewicht. Hier kann die Gesamtbreite der Fugen auf einer Fläche durchaus mehr als eine Fliesenbreite betragen, so dass man entsprechend Quadratmeter in Abzug bringen kann.

Zuschlag

Durch den Verschnitt, Kanten und Ecken entsteht Verlust. Daher gibt man bei gerade verlegten Fliesen pauschal rund 5% an Fläche hinzu, bei diagonal verlegten Fliesen, vielen Vorsprüngen und Ecken sogar rund 10%.

Abriebgruppen

Die Qualität einer Fliese erkennt man auch an ihrer Abriebgruppe. Die Abriebgruppe gibt an, wie stark sich eine Fliese abnutzt, wenn sie regelmäßig begangen wird. Je höher die Abriebgruppe, umso höher ist die Abriebfestigkeit.

Die Abriebgruppe V ist die höchste und kennzeichnet Fliesen mit besonders hohem Verschleißwiderstand. Diese sind zum Beispiel für Gewerbebetriebe notwendig. Als Beispiel sei hier die Bäckerei genannt, vor deren Theke sich die Menschen tummeln.

Die Abriebgruppe I ist die Gruppe mit dem höchsten Abrieb und dem schlechtesten Verschleißwiderstand. Solche Fliesen sind nur mit weichen Schuhsohlen, Stoffschuhen oder barfuß zu begehen. Solche Fliesen finden ihren Einsatz oft in Schlafzimmern oder Badezimmern.

Zwischen den Gruppen I bis V gibt es dann verschiedene Abstufungen, die man je nach Beanspruchung auswählt.

Rutschhemmklassen

Die Rutschhemmklasse gibt an, wie sicher die Fliese gegen ausrutschen ist. Dies ist insbesondere wichtig, wenn der Boden nass werden kann (zum Beispiel im Bad, in der Küche oder am Pool). Für Fußbodenfliesen sind auch im Haushalt eigentlich nur Fliesen der Rutsch am Klasse R9 – R13 sinnvoll.

Ergänzt wird diese Rutschhemmklasse durch einen Buchstaben A, B oder C. Dieser Buchstabe teilt die Fliesen in drei Gruppen ein, mit dem Kriterium des nassen Barfußbereiches. In der Gruppe A rutscht man erst bei einem Mindestneigungswinkel von 12° aus, in der Gruppe B von 18° in der Gruppe C von 24°. Für ein Schwimmbad nimmt man zum Beispiel grundsätzlich Fliesen der Bewertungsgruppe C.

Pflege

Bevor man endgültig die ausgewählten Fliesen erwirbt, sollte man sich die Pflegemaßnahmen und Empfehlungen des entsprechenden Herstellers gründlich anschauen. Nicht jede Fliese ist pflegeleicht oder lässt sich einfach reparieren.

Kaliber- und Brandfarbennummer

Die Kalibernummer gibt die Größe der Fliese an, die Brandfarbennummer die Charge. Es ist wichtig, so weit wie möglich in einem Rutsch die gleiche Brandfarbennummer zu erwerben, damit es nicht zu Farbabweichungen kommt.

Fazit

Damit der Fliesenkauf kein Reinfall wird, gibt es einiges zu beachten. Wir hoffen mit unserem kleinen Ratgeber einen Einblick gegeben zu haben, worauf man alles achten muss. Im Zweifel empfehlen wir sowieso einen Fachbetrieb für Fliesen, denn dort bekommen Sie in der Regel eine fachgerechte Beratung. Auch das Verlegen der Fliesen sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen, denn hier kann man viel falsch machen.

 

 

 

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